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"Mops kann man nicht besitzen,
er nimmt uns in Besitz."


Die Entscheidung für einen Mops sollte sich jeder nicht leicht machen und genau darüber nachdenken, ob man ein gutes und solides zu Hause liefern kann. Ob man sich bei einem Mops für einen Rüden oder eine Hündin entscheidet, ist dabei dann natürlich die nächste Frage. Generell kann man keine Aussage machen, welches Geschlecht besser als Familienmitglied geeignet ist, denn die Vor- und Nachteile bezüglich Läufigkeit und Markierungsverhalten gleichen sich nicht nur bei Mops-Hunden aus.

Wann genau der erste Mops seinen Weg nach Europa fand, weiß man heute nicht mehr zu sagen. Während der Ming-Dynastie (1368 - 1644) entwickelten sich Handelsbeziehungen nach Europa, der damals wichtigste Fernhandelsweg war die Seidenstraße, ein alter Karawanenweg von China nach Syrien mit reichen Verzweigungen in Zentralasien. Erst mit der Entdeckung des Seewegs nach Indien und China verlor diese ihre Bedeutung. Zu Anfang des 16. Jh. wurden portugiesisch-chinesische Handelsbeziehungen geschlossen, bis 1634 folgten weitere Abkommen mit Spanien, den Niederlanden und England.

Holland dürfte das erste europäische Land sein, das der Mops erreichte, und dies dürfte der 1602 gegründeten Niederländischen Ostindien-Kompanie zu verdanken sein. Wir wissen, daß Wilhelm der Schweiger einen Mops besessen hat, und die Tatsache, daß dieser Hund (genannt Pompey) seinem Herrn während der Schlacht zu Hermigny das Leben gerettet, als er ihn mit lautem Gebell vor einem Attentäter gewarnt hat, hat nicht nur maßgeblich den Verlauf der Geschichte beeinflußt, sondern dazu geführt, daß das Haus Oranien ab diesem Zeitpunkt ein ganz besonders enges Verhältnis zu der Rasse hatte.

Auch in Deutschland hat die Mopszucht Tradition. Leider sind die Zuchtbücher aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr erhalten. Das erste Zuchtbuch Band 1955 des Verbandes Deutscher Kleinhundezüchter eV weist 36 Eintragungen unter den Zwingernamen "von Rokoko" (Margarete Kahlert, Berlin), "zur Isenburg" (Alwine Gundlach, Düsseldorf), "vom Hofekamp" (Albert Schweitzer, Fallersleben), "von Varzin" (Beatrix Fürstin Wittgenstein, geb. Gräfin Bismarck, Langenried), "von Wolfsgarten" (Margaret Prinzessin von Hessen und bei Rhein, Wolfsgarten), "von der Bayernfarm" (Dr.Hans Behringer, München) und "von Biedermeier" (Erna Pomp, Hannover) auf. Den größten Einfluß auf die deutsche Mopszucht hatte Inge von Keisers Zwinger "vom Sanddorn", aus dem nach fast 40jähriger Züchtertätigkeit über 300 Möpse hervorgingen, die das Bild der Rasse auch im angrenzenden Ausland maßgeblich geprägt hat.

MOPS - Charakter und Eigenschaften:

Der Mops ist ein ausgeglichener, immer zu Späßen aufgelegter Hund, der sich dem Temperament seines Besitzers vollkommen anpaßt. Seine Reizschwelle (so er denn überhaupt eine hat) liegt äußerst hoch, so daß Aggression, Bösartigkeit oder Streitereien mit Artgenossen praktisch nicht vorkommen. Er ist ohne Probleme zusammen mit anderen Hunden (vom Chihuahua bis zur Deutschen Dogge), Katzen oder anderen Haustieren gut zu halten. Auch für Kinder ist er ein immer spielbereiter Kamerad, der auch einmal einen kleinen Knuff ohne weiteres wegsteckt. Wind und Wetter machen ihm nichts aus, lediglich bei großen Anstrengungen bei hohen Temperaturen muß er aufgrund seiner kurzen Nase kapitulieren.

Besonders der sehr junge Mops hat ein ungeheures Temperament und scheint vor Energie fast zu platzen. Und genau da ist der Besitzer gehalten, regulierend einzugreifen, denn der Mops kennt seine Grenzen im wahrsten Sinne des Wortes oftmals nicht: Ich habe Möpse erlebt, die sich regelrecht bis zum Kollaps "getobt" haben. Man muß also in der Lage sein, für seinen Mops den Punkt zu erfühlen, wann es genug für ihn ist! Wenn dann mit etwa 2 Jahren die "wildeste Phase" überstanden ist, hat man damit keine Probleme mehr.

Der Mops braucht eine konsequente Erziehung. Konsequent deshalb, weil er immer wieder versuchen wird, durch irgendwelche Clownereien von Erziehungsmaßnahmen abzulenken, und wenn er erst einmal merkt, daß er mit dieser Methode erfolgreich ist, dann hat es sich sehr schnell auserzogen. Der Mops hat ein sehr scharfes Gespür dafür, wie ernst dem Besitzer ein Befehl ist, und je nachdem wird er sich von bedächtig bis überhaupt nicht an eine entsprechende Anordnung halten. Möpsen sagt man häufig nach, sie seien stur und dickköpfig. Ich glaube nicht, daß das der Fall ist; ich sehe in entsprechendem Verhalten eher das Resultat einer inkonsequenten Erziehung. Der Mops möchte von seinem Besitzer ernstgenommen und als Partner respektiert werden, dann wird er sich auch mit all seinem Vermögen bemühen, es seinem Herrn rechtzumachen.

Damit sich die vom Standard geforderte Kompaktheit und Festigkeit der Muskulatur entwickeln kann, braucht der Mops ausreichend Bewegung und eine ausgewogene Ernährung. Das "multum in parvo" wurde früher oftmals falsch interpretiert, und anstatt der Kompaktheit durch entsprechende Bemuskelung sah man häufig einfach dicke und überfütterte Möpse im Ausstellungsring. Da diese Tiere dann auch noch prämiert wurden und somit verstärkt in die Zucht gelangten, hat man unterschwellig eine Zuchtauslese in Richtung "guter Fresser" gefördert. Dies ist heute noch spürbar, und man muß stets ein Auge auf die richtige Futtermenge haben, denn von alleine hört der Mops bestimmt nicht auf zu fressen, solange die Schüssel noch voll ist.

Bis auf eine gewisse Anfälligkeit für Augenverletzungen sind beim Mops keine Auffälligkeiten in Bezug auf gesundheitliche Probleme festzustellen. Bei vernünftiger Haltung und etwas Schonung im Hochsommer wird der Mops bei guter Gesundheit steinalt. Das Schnarchen und Grunzen ist rassetypisch und darf getrost überhört werden. Ganz eigen ist dem Mops ein charakteristischer Geruch, der sich allerdings nicht beschreiben läßt, den muß man "erlebt" haben.

In Bezug auf die Pflege ist ein regelmäßiges Sauber- und Trockenhalten der Falten zu beachten, weil sich sonst leicht Ekzeme bilden können. Das kurze Haar hat die unangenehme Eigenschaft, sich hartnäckig in Kleidung und Polstermöbel zu sticheln, so daß es nur schwer zu entfernen ist. Daher ist zu Zeiten des Umhaarens eine regelmäßige Bearbeitung des Fells mit einer Gumminoppenbürste ratsam, um möglichst viel ausfallendes Haar auf diesem Wege zu entsorgen.

Im Vergleich zum hellen Mops ist der schwarze etwas weniger kompakt im Körperbau, die Knochen sind meist nicht so kräftig und die Faltenbildung nicht so ausgeprägt. Während der Zeit des Umhaarens hat der schwarze Mops meist einen rötlichen Anflug und ist nicht mehr so lackschwarz. Der schwarze Mops hat auch selten eine so straffe Muskulatur wie der helle, und er ist im Durchschnitt etwas kleiner.

Wer sich einen Mops anschaffen will, sollte nur bei einem guten Züchter kaufen. Schon als Welpe ist der Mops ein ausgeprägter Individualist, der viel Aufmerksamkeit und Zuwendung braucht. Bei Massenhaltung und -zucht ist dieses nicht gewährleistet. Leider sind alle Mopswelpen so fatal niedlich, und schnell ist man versucht, aus sentimentalen Gründen "irgendwo einen mitzunehmen". Davor sollte man sich hüten, denn nur ein mit Sachverstand gezüchteter und entsprechender Kenntnis aufgezogener Welpe garantiert einen kerngesunden und wesenstypischen Mops.


Nach Verband Deutscher Kleinhundezüchter e.V.
www.kleinhunde.de/mops.html






FCI - Standard Nr. 253 / 11.05.1998 / D

MOPS


ÜBERSETZUNG: Frau Karin Biala.

Ursprung: China.
Patronat: Großbritannien.
Verwendung: Gesellschaftshund.
Klassifikation FCI: Gruppe 9 Gessellschafts-und Begleithunde.
Sektion 11 Kleine doggenartige Hunde.
Ohne Arbeitsprüfung.

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD:
Ausgesprochen quadratisch und gedrungen, er ist "multum in Parvo" (viel Masse in kleinem Raum), was sich durch kompakte, straff-gedrungene Proportionen und Festigkeit der Muskulatur ausdrück.

VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN):
Viel Charme, Würde und Intelligenz. Ausgeglichen, fröhlich und lebhaft.

KOPF:
Groß, rund, kein Apfelkopf.

Schädel: Ohne Vertiefung im Schädel. Klar abgezeichnete Falten.

Fang: Kurz,stumpf, qadratisch, nicht aufgebogen.

Kiefer / Zähne: Geringfügiger Vorbiß, Kreuzbiß, sichtbare Zähne oder Zunge höchst unerwünscht. Breiter Unterkiefer mit einer Schneidezahn-reihe, bei der die Schneidezähne fast in einer Reihe stehen.

Augen: Dunkel, sehr groß und kugelförmig, mit sanftem und bekümmertem Ausdruck, sehr glänzend und bei Erregung voller Feuer.

Ohren: Dünn, klein, weich wie schwarzer Samt.
Zwei Ohrhaltungen sind erlaubt:
Rosenohr - kleins, fallendes Ohr, das seitlich und nach hinten gefaltet ist und die Ohrmuschel sichtbar werden läßt.
Knopfohr - Ohr, bei dem das Leder nach vorne fällt, die Ohrspitze liegt eng am Schädel an, so daß das Ohrinnere nicht sichtbar wird und die Ohrspitzen in Richtung der Augen zeigen. Das Knopfohr wird bevorzugt.

HALS:
Leicht gebogen, vor allem deutlich im Kammartgen Bereich der Profillinie, stark, dick und von ausreichender Länge, so daß der Kopf stolz getragen werden kann.

KÖRPER:
Kurz und gedrungen.

Rücken: Gerade, weder gekrümmt noch nachgebend.

Brust: Breit, Rippen weit zurückreichend.

Rute (Posthornrute):
Hoch angesetzt, so eng wie möglich über die Hüfte gerollt. Doppelt eingerollte Rute höchst erwünscht.

Vorderhand: Vorderläufe sehr kräftig, gerade, mittelmäßig lang und gut unter den körper gestellt. Schultern sehr schräg.

Hinterhand: Hinterläufe sehr kräftig, mittelmäßig lang und gut unter dem Körper stehend, von hinten betrachtet gerade und parallel. Kniegelenke gut gewinkelt.

Pfoten: Weder so lang wie eine Hasenpfote, noch so rund wie eine Katzenpfote; gut voneinander abgesetzte Zehen, schwarze Krallen.

GANGWERK:
Von vorne gesehen sollte der Mops sich in der Vorderhand auf und ab bewegen, Läufe gut unter den Schultern; die Pfoten greifen gerade nach vorne aus, sie drehen weder ein noch aus. Hinterhandbewegung ebenfalls korrekt.
Die Vorderläufe greifen weit aus, Hinterläufe frei in der Bewegung, mit guter Aktion aus den Kniegelenken. Ein leichtes Rollen der Hinterhand typisiert den Bewegungsablauf.

HAARKLEID:
Haar: Fein, glatt, weich, kurz und glänzend, weder harsch noch wollig.

Farbe: Silber, apricot, hellfalbfarben oder schwarz. Diese Farben jeweils rein, um den Kontrast von Farbe, Aalstrich (vom Hinterhauptbein bis zum Rutenansatz durchgehender schwarzer Streifen) und Maske zu unterstreichen. Die Abzeichen sauber abgegrenzt; sie alle, Maske ohren, Naeri auf den Wangen, Stirnfleck (Raute, engl.: "Diamant") und Aalstrich sind so schwarz wie möglich.

GRÖSSE und GEWICHT:
Ideales Gewicht: 6,3 bis 8,1 kg.

FEHLER:
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss hinsichtlich Gesundheit und Wohlbefinden des Hundes.

Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.

N.B. :Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.

Datum der Publikation des gültigen Originalstandardes: 24.06.1987.